Der Ablauf der Nierenbiopsie:

Was passiert nach der Aufnahme in der Klinik?

Sie werden von einer Schwester oder einem Pfleger auf der Station begrüßt, und es werden die notwendigen Personalien aufgenommen. Es wird, falls nicht in letzter Zeit erfolgt, Blut abgenommen und Sie sollten auch noch eine Urinprobe zur Untersuchung abgeben. Auch wird ein Arzt Sie nach dem aktuellen Gesundheitszustand fragen und es werden die üblichen Informationen zu Ihrem Hausarzt, Ihren Angehörigen und deren Telefonnummern erbeten. Die Einverständniserklärung zu der Nierenbiopsie und die Aufklärung sollte nicht am selben Tag erfolgen. Ihr Hausarzt kann sich die Unterlagen von uns schon vorab zukommen lassen und mit Ihnen besprechen. Ein Arzt hier im Krankenhaus wird noch mal fragen, ob Sie alles verstanden haben und mit dem Eingriff einverstanden sind. Sollten noch Unklarheiten bestehen, wenden Sie sich bitte sofort an den Arzt oder das Pflegepersonal. Sie können gerne an diesem Tage zu Hause frühstücken, aber wenn Sie dann stationär sind, vorerst nichts mehr essen, sondern nur noch trinken. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, da die Nierenbiopsie auf dem Bauch liegend vorgenommen wird und hier ein voller Magen unangenehm sein kann. Nach der Biopsie können Sie normal essen.

 

Die Biopsie wird mit Hilfe einer speziellen dünnen Nadel und unter ständiger Kontrolle mittels des Ultraschallgerätes vorgenommen. Auf dem Bauch liegend wird ein Gel bzw. eine Paste (ist etwas kalt) auf den Rücken aufgebracht, damit der Ultraschallkopf das bestmögliche Bild ergibt. Ein Arzt wird dann den Schallkopf so einstellen, dass die Niere direkt darunter liegt. Dann wird an dieser Stelle die Haut betäuben, wobei dazu eine kleine Injektion notwendig ist, die am Anfang etwas brennen kann. Danach wird die Biopsiestelle schnell gefühllos. Sobald die örtliche Betäubung wirkt, wird auch der Stichkanal von der Haut zur Niere betäubt. Die Biopsienadel wird dann unter Sicht (sprich unter ständiger Ultraschallkontrolle) in Richtung Niere vorgeschoben. Aus bestimmten Gründen wird meist der Unterpol der rechten Niere als Biopsieort gewählt. Dies kann allerdings individuell verschieden sein, wenn z. B. Zysten oder andere Abnormalitäten vorliegen. Ist der Arzt mit der Biopsienadel an der Stelle der Nierenoberfläche, gibt es einen kurzen Druck und es wird mittels eines Federmechanismus ein kleines Probestück aus der Niere entfernt. Ggf. muss noch ein zweites Mal punktiert werden, je nach Fragestellung und nach Ergebnis der ersten Punktion.

Insgesamt tut diese Untersuchung den meisten Patienten bei guter Betäubung nicht weh. Einige der Patienten klagen kurzfristig über einen leichten Druck in der Nierenregion.
Nach erfolgter Biopsie wird die Stelle, über die die Nadel eingeführt wurde, mit einem Pflaster verklebt und Sie sollten für ungefähr 12 Stunden auf dem Rücken liegend Bettruhe einhalten. Zum Wasserlassen können Sie sich eine Urinflasche oder eine Bettpfanne bringen lassen. In seltenen Fällen und bei völlig unkompliziert verlaufender Biopsie kann der Patient auch schon am selben Tag das Krankenhaus wieder verlassen. Gelegentlich kommt es zu einer Rotfärbung des Urins, welche sofort dem Pflegerpersonal oder dem Arzt gemeldet werden sollte.
Vor der Entlassung aus dem Krankenhaus wird mittels Ultraschall noch einmal eine Kontrolle durchgeführt.

 

Gibt es irgendwelche Risiken?

Das Hauptrisiko ist natürlich eine Blutung aus der biopsierten Niere. Da die Niere gut durchblutet ist, ist dies nicht ganz unwahrscheinlich. Sie selbst können z. B. blutigen Urin bemerken oder auch einen leichten Druck im Bereich der Biopsiestelle. Diese Komplikation wird von uns sehr ernst genommen, weshalb regelmäßig ca. 6 Stunden nach der Biopsie eine Sonographiekontrolle erfolgt. Sieht man in dieser Sonographiekontrolle keinen Bluterguss um die Niere, ist die Wahrscheinlichkeit eines späteren Auftretens eher gering. Sollten sich die Ärzte diesbezüglich nicht ganz sicher sein, würden wir Sie bitten, noch etwas länger im Krankenhaus zu verweilen. Bei Schmerzen im Punktionsareal sollten Sie den Arzt verständigen, auch dann erfolgen sofortige Kontrollen.

 

Hier im St. Joseph Krankenhaus werde jährlich ca. 100 Nierenbiospien durchgeführt. Im Jahre 2008 waren es ganz genau 84. Davon zeigte sich bei drei Patienten ein blutiger Urin und bei einem Patienten konnten wir eine größere Blutung aus der Niere nachweisen. In keinem Fall musste eine Operation erfolgen und nur einmal war eine Bluttransfusion notwendig.

 

Was Sie zu Hause beachten sollten:

Bevor Sie nach Hause gehen, erhalten Sie noch einen Termin, um das Ergebnis der Nierenbiopsie mit Ihnen zu besprechen. Sollten Sie zu Hause Schmerzen bekommen, möchten wir Sie bitten, dass Sie mit uns Rücksprache halten. Evtl. können Sie ein leichtes Schmerzmedikament, z. B. Paracetamol (Benuron®) einnehmen. Medikamente, die die Blutverdünnung beeinflussen,wie z. B. Aspirin®, sollten in den ersten 3 Tagen nach der Biopsie vermieden werden. Sollte der Urin auch später noch einmal blutig werden oder es zur Blutung aus dem Stichkanal oder zu einer Schwellung im Bereich der Punktionsstelle kommen, bitten wir Sie, sofort Ihren Hausarzt oder einen Arzt hier im Krankenhaus zu benachrichtigen. Bei allen in den letzten Jahren durchgeführten Biopsien dieser Art sind die oben beschriebenen Nebenwirkungen sowohl hier im Hause als auch in anderen Kliniken in weniger als 1 % der biopsierten Patienten beobachtet worden.