Ein wenig Geschichtliches
Obwohl der Anatom Bowman schon 1842 die Niere und deren kleinste Funktionseinheit beschrieb und zeichnete, dauerte es bis zum Anfang des 20.ten Jahrhunderts, bis sich die Bedeutung der Nieren für den Wasser- und Salzhaushalt und auch für die Blutdruckeinstellung herauskristallisierte. Auf dem Boden der vielen Forschungsergebnisse begann man dann in den 20er Jahren mit der Entwicklung eines Nierenersatzverfahrens. Bis zu diesem Zeitpunkt sind Menschen mit einem Nierenversagen gestorben, ohne daß man Ihnen helfen konnte.
Im Anfang der Nierenersatztherapie waren die Membranen sehr groß und klobig, das Dialysewasser mußte von Hand mit den nötigen Salzen gemischt werden und eine Behandlung dauerte sechs bis vierzehn Stunden. Es konnten aufgrund des großen Aufwands und der sehr hohen Kosten nur wenige Patienten in die chronischen Dialyseprogramme aufgenommen werden. Die Patienten durften damals maximal 500ml (das ist nur ein halber Liter!) pro Tag trinken und mussten eine ganz strenge Diät halten.
Erst seit den sechziger Jahren steht die Dialysebehandlung einer viel größeren Zahl von Patienten zur Verfügung und besonders in den letzten fünfzehn Jahren hat sich auf diesem Gebiet sehr viel getan und die Therapie ist sehr komfortabel geworden.
Auch die Bildung der roten Blutkörperchen hängt von der Nierenfunktion ab, da das Hormon, das dafür zuständig ist, in den Nieren gebildet wird. Dieses Hormon heißt Erythropoetin, oder Epo. Entwickelt wurde das Verfahren zur synthetischen Herstellung dieses Hormons für Patienten mit Niereninsuffizienz, bekannt geworden ist es allerdings durch Dopingskandale im Sport. Seit dieses Medikament den Patienten zur Verfügung steht, sind Dialysepatienten viel leistungsfähiger geworden und können ein fast- normales Leben führen.
