Dr. Ferass Al-Zain über die Therapie von Bandscheibenvorfällen in der Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des St. Joseph Krankenhauses

· Die Patienten mit ihren Beschwerden nicht allein lassen
Dr. Ferass al-Zain

Rund 800.000 Menschen begeben sich in Deutschland jährlich wegen eines Bandscheibenvorfalls in ärztliche Behandlung. Die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie des St. Joseph Krankenhauses ist auf komplizierte Eingriffe spezialisiert. Erfahrene Mediziner begleiten Betroffene von der Diagnose bis zur Rehabilitation. Dr. Ferass Al-Zain über Bandscheibenvorfälle im Halswirbelbereich, die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen.

Welche Formen treten besonders häufig auf und welche Faktoren begünstigen einen Bandscheibenvorfall?

Ungefähr 90 Prozent der Bandscheibenvorfälle treten im Hals- oder Lendenbereich auf. Die Halswirbelsäule ist besonders gefährdet. Häufig begünstigt der Beruf die chronische Überlastung der Bandscheibe. Wer am Schreibtisch arbeitet, pflegt oft über Jahre eine ungesunde Sitzhaltung – die Nackenmuskulatur verspannt und die Bandscheiben nutzen sich langsam aber sicher ab. Auch Bauarbeiter und Handwerker, also Berufsgruppen, die schwer tragen und sich häufig bücken, sind stark gefährdet.

Bandscheibenverschleiß ist ein Prozess. Daher leiden vor allem ältere Patienten an einer chronischen Überlastung. Sie kommen dann mit Nackenbeschwerden in die Sprechstunde oder haben deutlich weniger Kraft in Armen und Händen als gesunde Menschen.

Wann kann man konventionell behandeln und wann hilft nur noch eine Operation?

Die Klinik für Wirbelsäulenchirurgie ist gut vernetzt: Wir sind hervorragend angebunden  an Reha-Standorte und niedergelassene Ärzte und Orthopäden. Die enge Kooperation erleichtert u.a. die frühzeitige Diagnose, um Bandscheibenvorfälle konventionell – mit manueller oder Physiotherapie – zu behandeln. Wer in die Sprechstunde kommt, geht mit einer Lösung für sein Problem nach Hause – und sei es  die Telefonnummer eines erfahrenen Physiotherapeuten. Uns ist es wichtig, unsere Patienten mit ihren Beschwerden nicht allein zu lassen.

»Symptome werden heute früher erkannt«

Fakt ist: Heutzutage können viel mehr Bandscheibenvorfälle konservativ behandelt werden als noch vor 10 Jahren. Die Symptome werden früher erkannt und richtig gedeutet. Es gibt allerdings Symptome für einen chronischen und langwierigen Bandscheibenvorfall, den wir konventionell nicht mehr behandeln können: Gehschwierigkeiten, starke Schmerzen in Armen und Beinen oder sogar Taubheitsgefühle einzelner Körperteile. Dennoch prüfen wir jeden Fall und entscheiden individuell über die Notwendigkeit eines chirurgischen Eingriffs. Viele Patienten kommen erst nach vielen Versuchen mit konventioneller Therapie zu uns. Eine Operation kann ihre Lebensqualität wieder deutlich erhöhen und ermöglicht schmerzfreie Bewegungen.

Wie beweglich ist die Halswirbelsäule nach einer Versteifungsoperation?

Nach einer solchen Operation sind die meisten Patienten viel mobiler als vorher. Biomechanisch betrachtet, verlieren sie nur rund 10 Prozent ihrer Beweglichkeit bei der Vor-und Rückbewegung des Kopfes. Die Schmerzen des Bandscheibenvorfalls sorgen häufig dafür, dass Patienten ihren Kopf vor der OP überhaupt nicht mehr schmerzfrei bewegen können.

Der Wohlfühlfaktor ist unabhängig von der Art des operativen Eingriffs; auch Patienten mit Bandscheibenprothesen erleben weniger Bewegungseinschränkungen. Die Art der Operation (Versteifung oder Bandscheibenprothese) hängt vom Grad der Abnutzung der Wirbelgelenke ab. Alles in allem erhöht ein operativer Eingriff die Lebensqualität enorm. 

Pressekontakt

Corinna Riemer
Corinna Riemer
Leiterin Unternehmenskommunikation

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