DREI FRAGEN AN: Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie

· »Die großen Befürchtungen bei Myomen sind fast immer unbegründet«
Prof. Dr. Michael Abou-Dakn

Myome sind gutartige Geschwüre in der Gebärmutter, von denen fast jede vierte Frau im gebärfähigen Alter betroffen ist. Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie, im Drei-Fragen-Interview über die Risiken und die Behandlungsmöglichkeiten dieser Erkrankung.

Myome in der Gebärmutter lösen bei vielen Frauen Angst vor Gebärmutterkrebs aus. Ist das eine berechtigte Sorge?

Diese Ängste sind stark verbreitet, aber medizinisch besteht in der Regel kein Zusammenhang. Myome können erhebliche gesundheitliche Probleme verursachen und die Lebensqualität beeinträchtigen. Es handelt sich jedoch meist um gutartige Geschwüre, von denen etwa 15 bis 25 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Insbesondere wenn ein Myom sehr schnell wächst und mit Blutungen und Schmerzen verbunden ist, machen sich Frauen große Sorgen, ob nicht doch etwas Bösartiges dahintersteckt. Sie denken dann an ein Sarkom, einen äußerst seltenen, aber sehr bösartigen Tumor in den Weichteilen. Diese Befürchtungen sind jedoch fast immer unbegründet.

Dennoch darf man Myome nicht auf die leichte Schulter nehmen, oder?

Nein, aber die Symptome sollten im Vordergrund stehen. Unbehandelte Myome können zu permanenten Blutungen führen, sie können auf die Harnblase drücken oder auf den Darm und dann Rückenschmerzen verursachen. Und bei jüngeren Frauen sind sie manchmal auch der Grund für Sterilität oder Fehlgeburten. Deshalb sollte man Myome sehr sorgfältig diagnostisch abklären und bei Beschwerden oder Verdacht auf Komplikationen eine Therapie einleiten. Klassischerweise gehört dazu die Entfernung des Myoms – oftmals sind es auch mehrere – durch eine Gebärmutter- oder Bauchspiegelung, also im minimal-invasiven Verfahren.

Es gibt aber auch die Möglichkeit, das Wachstum des Myoms durch Medikamente zu stoppen oder es dadurch schrumpfen zu lassen. Das ist mitunter auch im Vorfeld einer Operation notwendig. Eine andere Variante ist die sogenannte Myom-Embolisation, bei der über ein Gefäß in der Leiste ein Katheter in die Gebärmutterarterie geschoben und kleine Partikel eingeführt werden, um die Blutgefäße zu verstopfen. Dadurch „verhungert“ das Myom quasi, weil es keine Nährstoffe mehr bekommt.

Die Klinik für Gynäkologie im St. Joseph Krankenhaus ist auf die Behandlung von Myomen spezialisiert. Was zeichnet sie aus?

Wir haben hier langjährige Erfahrungen mit laparoskopischen, also schonenden Operationsverfahren. Zunehmend setzen wir hochmoderne Medizintechnik ein. Unsere neuen Operationssäle bieten die Möglichkeit der Bildgebung in 3D. Dadurch ist ein noch präziseres Arbeiten möglich. Wir haben auch die Möglichkeit, über eine laparoskopische Spiegelung einen kleinen Sack in den Bauchraum einzuführen und das Myom innerhalb dieses Beutels zu zerkleinern. Dadurch wird eine Streuung verhindert, falls es sich doch – was, wie gesagt, extrem selten vorkommt – um einen bösartigen, schwer zu erkennenden Tumor handelt.

Spezialisiert ist unsere Klinik auf Gebärmutterspiegelungs-Operationen, eine sehr elegante Methode, um mit geringen Nebenwirkungen bei Blutungsstörungen zu helfen. Frauen, die sich beraten lassen wollen, sind eingeladen unsere Myomsprechstunde (telefonische Anmeldung unter #) aufzusuchen.

Pressekontakt

Corinna Riemer
Corinna Riemer
Leiterin Unternehmenskommunikation

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