Geburtshilfe bietet individuelle Sprechstunden für Frauen zur Nachbesprechung ihrer Entbindung an

· »Natürliche Abläufe unter der Geburt unterstützen«
Natürliche Abläufe sind für eine Geburt wichtig und Ziel der Klinik für Geburtshilfe

Die Geburtshilfe des St. Joseph Krankenhauses Berlin-Tempelhof führt individuelle Sprechstunden für Frauen zur Nachbesprechung ihres Geburtserlebnisses ein. Sie greift damit ein Anliegen der Initiative »Roses Revolution« auf, die am heutigen Samstag, 25.11., zu einem Aktionstag vor Kreißsälen aufruft. »Wir unterstützen natürliche Abläufe unter der Geburt«, erklärt der Chefarzt der Geburtshilfe, Prof. Dr. Michael Abou-Dakn.

»Der Aktionstag greift ein wichtiges Thema auf und holt es aus der Tabuzone - Gewalt unter der Geburt. Personalmangel, ein überkommendes Bild von Geburtshilfe und wirtschaftliche Zwänge können dazu führen, dass Frauen im Kreißsaal nicht so betreut und versorgt werden, wie es idealerweise und nach unseren Vorstellungen sein müsste«, so Abou-Dakn. „Unsere Mitarbeiterinnen opfern sich wirklich auf, um Paaren eine schöne Geburt zu ermöglichen, aber leider reicht nicht immer die Zeit aus.“

Über dieses Dilemma berichtet auch der Deutschlandfunk in einer langen Reportage, in der Prof. Abou-Dakn ausführlich zu Wort kommt und die Kreißsäle im SJK vorgestelt werden. Unter dem Titel »Geburtsmedizin braucht neue Antworten - Der verkehrte Weg ins Leben« berichtet Autorin Eva Schindele über die zunehmende Normierung von Geburten in einem standardisierten Prozess. Die These: »Wehentropf, Rückenmarksnarkose, Kaiserschnitt - fast keine Geburt läuft heute mehr ohne Eingriffe ab. Diese Interventionskaskaden führen aber nicht zu gesünderen Kindern oder Müttern. Im Gegenteil.«

Nachbereitung der Geburt im vertraulichen Gespräch

Um Frauen nach einer Entbindung – auch in gewissem zeitlichem Abstand – die Möglichkeit zu einer Nachbesprechung zu geben, richtet die Klinik für Geburtshilfe jetzt eine individuelle Sprechstunde ein. Frauen, die unter negativen Geburtserlebnissen leiden und das Geschehen während der Entbindung nachvollziehen oder aufarbeiten wollen, können sich kostenfrei ohne ärztlichen Überweisungsschein zu einem vertraulichen Gespräch anmelden. Auf Wunsch findet dieses Gespräch im Beisein einer Psychologin und unter Beteiligung eines Mitgliedes des geburtshilflichen Teams statt, das bei der Entbindung im Dienst war. Selbstverständlich können die Frauen auch ihren Partner oder ihre Partnerin sowie eine andere Vertrauensperson mitbringen. Alle Mütter werden bei ihrer Entlassung aus der Klinik zukünftig auf diese Möglichkeit hingewiesen und können sie in Anspruch nehmen.

Geburtshilfe im Sinne der schwangeren Frauen verbessern

Für Prof. Abou-Dakn steht außer Frage, dass die Entbindung in einer modernen Geburtshilfeklinik für Mutter und Kind mit den geringsten Risiken verbunden ist. Abou-Dakn: »Es geht bei der Diskussion um Gewalt in der Geburtshilfe nicht um die Frage Klinik versus Geburtshaus oder Hausgeburt. Es geht darum, die Geburtshilfe im Sinne der schwangeren Frauen und deren Bedürfnissen zu verbessern.«

Mit 4.535 Geburten im Jahr 2016 ist die Geburtshilfe im St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof die geburtenstärkste Klinik in Deutschland. Diese Zahl ist eine Bestätigung dafür, dass das Konzept aus hohem geburtshilflichen und medizinischem Standard, einer angenehmen und modernen Ausstattung und ganz auf die junge Familie ausgerichteter liebevoller Betreuung aufgeht. Die individuelle Geburtshilfe unterstützt die natürlichen Abläufe und beschränkt Eingriffe von außen auf das Nötigste. Gleichzeitig entspricht die Klinik dem höchsten fachlichen Standard eines Perinatalzentrums Level 1, um Früh- und Neugeborenen bestmöglich versorgen zu können. In der Betreuung von Risikoschwangeren, der Versorgung von Neugeborenen mit Problemen nach der Entbindung sowie von Frühgeborenen arbeitet die Geburtshilfe eng mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zusammen.

Pressekontakt

Corinna Riemer
Corinna Riemer
Leiterin Unternehmenskommunikation

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