Prof. Dr. Michael Abou-Dakn fordert in einer WDR-Fernsehreportage ein Umdenken in der Geburtshilfe und neue Leitlinien

· »In der Geburtshilfe braucht das Personal Zeit und Geduld«
Zeit und Geduld sind für eine natürlich Geburt wichtige Bedingungen

Viele Frauen erleben die Geburt ihres Kindes nicht selbstbestimmt: Aufgrund von Personalmangel, falschen wirtschaftlichen Anreizen und einer Überbetonung medizinischer Aspekte kommen die Bedürfnisse der Gebärenden oft zu kurz. In einer Fernsehreportage des Westdeutschen Rundfunks (WDR) plädiert Prof. Dr. Michael Abou-Dakn, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie Geburtshilfe im SJK, für ein Umdenken in deutschen Geburtskliniken und im Gesundheitswesen.

Der Film in der WDR-Sendereihe »Die Story« beschreibt anhand der persönlichen Erfahrungen mehrerer Frauen in Krankenhäusern im Westen Deutschlands, wie es zu körperlichen Übergriffen und vorschnellem Einsatz von schmerzmindernden und die Geburt beschleunigenden Medikamenten kommen kann. Oftmals leiden die Frauen noch Jahre später unter dem für sie traumatischen Ereignis.

Medikamenteneinsatz sorgfältiger abwägen

In der TV-Dokumentation plädiert Abou-Dakn dafür, die Vor- und Nachteile des Medikamenteneinsatzes sorgfältiger abzuwägen und vor allem stärker auf die gebärenden Frauen einzugehen: »Eine Geburt kann man nicht exakt planen, deshalb braucht das Personal vor allem Zeit und Geduld. Die Ökonomisierung der Geburtshilfe über Fallpauschalen ist nicht das geeignete Instrument, um dem wichtigen Bedürfnis nach einer selbstbestimmten Geburt gerecht zu werden.«

Zusammen mit geburtshilflichen Fachgesellschaften arbeitet das SJK an einem neuen nationalen Gesundheitsziel, das gesetzlich verankert werden soll. »Über Leitlinien kann sich Medizin schneller verändern. Ich bin optimistisch, dass wir an den richtigen Punkten ansetzen und dies den schwangeren Frauen zugutekommt,« so Abou-Dakn.

Mit 4.254 Geburten im Jahr 2018 ist das St. Joseph Krankenhaus die geburtenstärkste Einzelklinik Deutschlands. Trotz dieser hohen Zahl bleiben medizinische Eingriffe auf das Nötigste beschränkt, das gilt auch für Kaiserschnitte. Zur Versorgung von Früh- und Neugeborenen arbeitet die Geburtshilfe eng mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zusammen. Geburtshilfe und Kinderklinik haben von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF bereits 2007 das Zertifikat »Babyfreundliches Krankenhaus« erhalten.

Pressekontakt

Corinna Riemer
Corinna Riemer
Leiterin Unternehmenskommunikation

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