Die Klinik für seelische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter bietet eine Sprechstunde für suchtgefährdete Jugendliche an

· Beratung zu Videospielen »auf Augenhöhe«
Gaming bedeutet nicht gleich »Spielsucht«. Foto: iStock_funstock

Wenn Kinder und Jugendliche ihre Zeit nur noch vor dem Computer mit Videospielen verbringen versetzt das viele Eltern in Alarmbereitschaft.  Sie fragen sich: Ist mein Kind etwa süchtig danach? Dr. Daniel Illy, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, bietet in der Klinik für seelische Gesundheit im Kindes- und Jugendalter (SGKJ) eine spezielle »gaming-Sprechstunde« an.

Für Dr. Illy ist die Dauer der Computernutzung nicht entscheidend, wenn es um die Diagnose einer Video- oder Internet-Spielsucht geht. »Videospiele können eine große Faszination ausüben und daher – wie andere Hobbys und Interessen auch – die Aufmerksamkeit für eine längere Zeit binden. Was Spaß macht, braucht auch Zeit. Das allein ist noch nicht beunruhigend«, erläutert der Arzt. »Problematisch kann es jedoch werden, wenn ein Kind oder Jugendlicher sich über einen längeren Zeitraum hinweg ausschließlich mit Gaming beschäftigt und darunter schulische, familiäre oder soziale Bindungen leiden.« Je länger die tägliche Nutzung, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Abhängigkeit komme, so Illy.

Für den Experten der SGKJ ist es wichtig, »mit den Jugendlichen auf Augenhöhe und auf keinen Fall strafend umzugehen und Verständnis für ihre Leidenschaft aufzubringen«, sagt Dr. Illy. Er selbst könne sich auch für Videospiele begeistern und habe damit schon viel Zeit verbracht. »Es ist hilfreich, wenn man sich als Therapeut auch mit der Materie gut auskennt, über die man spricht«, betont er. Oftmals gehe die excessive Nutzung von Videogames mit anderen psychischen Problemen einher, wie zum Beispiel einer Aufmerksamkeitsstörung.

Dr. Illy und sein Team bieten in der SGKJ eine ambulante Sprechstunde für Eltern und Jugendliche an. Bei diesem Termin wird abgeklärt, ob eine weiterführende therapeutische Behandlung sinnvoll ist. In der SGKJ findet wöchentlich eine Gruppentherapie schwerpunktmäßig für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren statt. In dieser Therapie geht es nicht darum, Gaming vollständig aufzugeben. »Im Mittelpunkt stehen persönliche Prioritäten«, sagt Dr. Illy und stellt den Jugendlichen die Fragen: Welche Dinge solltet ihr im Leben nicht vernachlässigen? Welche Beziehungen verletzt verletzt ihr? Welchen Einfluss hat Gaming auf eure schulische oder berufliche Entwicklung?

Interessierte Eltern oder Jugendliche können sich an die Ambulanz der SGKJ wenden und unter der Telefonnummer +49 30 7882 2859 einen Termin für eine Sprechstunde vereinbaren.

Pressekontakt

Corinna Riemer
Isabel Löbl
Stellvertretende Leiterin Unternehmenskommunikation

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