Fortbildungsprojekt der Deutschen Aidshilfe fördert diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung von Menschen mit HIV

· Klinik für Infektiologie erhält Gütesiegel »Praxis Vielfalt«
Heike Gronski von der Deutschen Aidshilfe übergibt Inge Banczyk, Stationspflegeleiterin der infektiologischen Tagesklinik, das Gütesiegel im Kreis der Kollegen vor dem St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof  ©  St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof GmbH

Fortbildungsprojekt der Deutschen Aidshilfe fördert diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung von Menschen mit HIV, LSBTIQ-Patienten und Menschen vielfältiger sprachlicher und kultureller Hintergründe.

Die Klinik für Infektiologie ist von der Deutschen Aidshilfe mit dem Gütesiegel »Praxis Vielfalt« ausgezeichnet worden. Die Plakette soll Menschen aus der LSBTIQ-Community und Menschen aus vielfältigen kulturellen Hintergründen mit und ohne HIV signalisieren, dass sie in dieser Klinik eine diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung erwarten können.

Das Gütesiegel können Praxen und Gesundheitseinrichtungen erhalten, nachdem sie ein kompaktes Curriculum mit zehn Arbeitsschritten zu den Lebenswelten und speziellen Angeboten für die genannten Gruppen durchlaufen haben. Die Teilnehmenden erwerben zusätzliches Wissen, wie sie eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen können. Auch Grundregeln und Tipps zur Gesprächsführung, zum sensiblen Umgang mit Diagnosen und Daten sowie mit Sprachbarrieren und verschiedenen kulturellen Hintergründen gehören zum Programm. Über E-Learning, in Webinaren und Gruppengesprächen wird das nötige Wissen leicht verständlich und praxisnah vermittelt.

Unverständnis überwinden

»Menschen mit HIV stoßen noch heute oft auf Unverständnis, wenn sie mit pflegerischem oder ärztlichen Personal im Gesundheitswesen zu tun haben. Das gilt umso mehr, wenn ein als fremd wahrgenommener sprachlicher oder kultureller Hintergrund hinzukommt. Das Siegel soll dazu beitragen, dies zu verändern«, sagte Heike Gronski, Abteilungsleiterin bei der Deutschen Aidshilfe, bei der Übergabe des Siegels an das Team der Klinik für Infektiologie um Chefarzt Dr. Hartmut Stocker.

»Wir arbeiten schon seit vielen Jahren sehr gut mit der Deutschen und mit der Berliner Aidshilfe zusammen«, ergänzte Inge Banczyk, Stationspflegeleiterin der infektiologischen Tagesklinik. »Der Prozess, dieses Siegel zu bekommen, war für uns noch einmal eine gute Möglichkeit, als Team gemeinsam etwas zu erarbeiten und Dinge zu erfahren, die wir – obwohl wir schon so lange Menschen mit HIV-Infektion betreuen – bisher noch nicht kannten. Gerade bei queeren Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen muss man manchmal andere Dinge beachten und in die Arbeit integrieren.« Für Dr. Hartmut Stocker ist das Siegel ein »wichtiges Signal nach außen, dass Menschen, die unsere Hilfe benötigen, keine Stigmatisierung und Diskriminierung erleben werden.«

Insgesamt haben mittlerweile 19 Einrichtungen das Curriculum durchlaufen und die damit verbundene Selbstverpflichtung unterzeichnet, darunter sind HIV-Schwerpunkteinrichtungen sowie auch Arztpraxen und eine Apotheke. Als erste Abteilung in einem Krankenhaus durchlief die Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof erfolgreich das Schulungsprogramm.

Das Projekt ist damit in 10 Städten präsent. »Praxis Vielfalt« ist im September 2018 gestartet und wird vom Bundesverband der AOK finanziert.

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Pressekontakt

Corinna Riemer
Isabel Löbl
Stellvertretende Leiterin Unternehmenskommunikation

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