Team der Rettungsstelle macht sich fit für Ernstfälle

· Katastrophen-Übung mit Massenanfall kontaminierter Verletzter
Team der Rettungsstelle macht sich fit für Ernstfälle

Nur wenige Wochen trennen uns vom Anpfiff zur vielfach ersehnten Fußball-Europameisterschaft. Ein guter Moment, um sich gerade jetzt mit Risiken auseinanderzusetzen, die derartige Großveranstaltungen mit sich bringen können. Dazu gehören regelmäßige praktische Übungsdurchläufe in unseren Krankenhäusern zur Vorbereitung auf mögliche Katastrophenfälle.

Übung mit kontaminierten Verletzten

In der SJK-Rettungsstelle wurde deshalb am gestrigen Montag ein Massenanfall mit Verletzten (MANV) unter Beteiligung von chemischer, biologischer, radioaktiver bzw. nuklearer Gefahr (CBRN) durchgestellt. Gemeint sind damit Anschläge mit sogenannten schmutzigen Bomben, die mit Giftstoffen oder Radioaktivität versetzt sind. Bei solchen Katastrophen ist die Lage besonders heikel. Sie machen es zwingend erforderlich, dass die eingelieferten Personen als erstes dekontaminiert werden, um nicht noch das Personal und weitere Menschen zu gefährden.

Da rund 80 Prozent der belastenden Giftstoffe in der Regel an den Textilien haften, müssen Patientinnen und Patienten direkt nach der Einlieferung zuallererst einmal entkleidet werden. Anschließend werden sie mindestens sechs Minuten geduscht. „Da Giftstoffe sich insbesondere in den Haaren festsetzen, muss als erstes der Kopf, idealerweise vornübergebeugt und möglichst körperfern gewaschen werden,“ betont Chefarzt Wolfgang Stahl. »Das verseuchte Waschwasser sollte so wenig wie möglich mit dem restlichen Körper in Berührung kommen und andere Areale in Mitleidenschaft ziehen.« Erst nach der Dekontamination können die Verletzten vom Fachpersonal dann individuell versorgt werden.

Fehler sind wertvoll

Organisiert wurde die Übung in monatelanger, organisatorischer Vorarbeit von Frau Grosse und Frau Küttner, die beide als Pflegekraft in der Zentralen Notaufnahme arbeiten. Nicht zuletzt ihnen und ihrem guten Kontakt zur Berliner Feuerwehr ist es zu verdanken, dass eine ganze Ausbildungsklasse bei der Übung zur Verfügung stand. Außerdem nahmen Mitglieder der Katastrophenschutz-AG und diverse weitere Mitarbeitende an dem Testlauf teil.

»Geübt wird nicht, um zu zeigen, dass man es kann, geübt wird, um zu schauen, was verbessert werden muss.« So brachte einer der auf Großschadenslagen spezialisierten Feuerwehrleute den Sinn der Übung auf den Punkt. Das fand die Zustimmung aller Beteiligten, die sich anschließend zusammensetzten, um den Tag auszuwerten und dank der Simulation nun noch besser auf mögliche Ernstfälle vorbereitet zu sein.

Pressekontakt

Corinna Riemer - Leiterin Unternehmenenskommunikation
Corinna Riemer
Leiterin Unternehmenskommunikation

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