Metastasen an Leber oder Bauchfell

Metastasen an Leber oder Bauchfell

Tumorbesiedlungen in der Leber oder im Bauchfell kommen häufig im Kombination mit anderen Krebserkrankungen vor. Mit modernen Therapieverfahren können wir diesen Patienten heute sehr viel besser helfen als noch vor wenigen Jahren.

Bei der Behandlung von Lebermetastasen praktizieren wir sowohl operative Methoden wie Leber-Teilentfernungen als auch so genannte in-situ Ablationsverfahren – eine Behandlung, die die Metastase im Körper zerstört. Wir verwenden hierzu die Radiofrequenzablation (RFA).

Alternativen sind Ablationen mit Mikrowelle oder Laser. Falls eine Behandlung durch Strahlen oder nuklearmedizinisch sinnvoll ist, vermitteln wir den Kontakt zu entsprechenden Spezialisten. Ob ein solches Verfahren in Frage kommt, muss durch eine gründliche Diagnostik im Vorfeld wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder einen Leberfunktionstest geklärt werden. Die Klinik bietet alle erforderlichen Untersuchungen selbst an oder vermittelt sie.

Neue Methoden bei Bauchfellkrebs

Für die Behandlung einer Tumorbesiedelung des Bauchfells (Peritonealkarzinose) gibt es bisher keine Standardtherapie. Mit dem Fortschreiten der Erkrankung und dem Befall des Bauchfells hat die Erkrankung ein Stadium erreicht, bei dem in der Vergangenheit meist nur unterstützende medizinische Verfahren angewandt wurden. Eine systemische Chemotherapie hilft bei diesem Krankheitsbild in der Regel nur wenig.

Auf Basis neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse hat sich an spezialisierten chirurgischen Zentren in den letzten Jahren eine aufwändige, kombiniert chirurgisch-medikamentöse Therapie zur Behandlung dieser Erkrankung etabliert – die so genannte HIPEC (Hypertherme Intraperitoneale Chemoperfusion). Die Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie bietet diese Therapie seit 2011 an. Dabei wird das Chemotherapeutikum einmalig »vor Ort« während der Operation in die Bauchhöhle gegeben. Dies ermöglicht eine wesentlich höhere Konzentration der verwendeten Substanz im Vergleich zu einer systemischen Therapie. Der im Zielgewebe, dem Tumor, erreichte Wirkstoffspiegel ist dadurch deutlich höher, gleichzeitig können die Nebenwirkungen reduziert werden. Die Tumorbehandlung mittels HIPEC nutzt die Tatsache, dass Tumorzellen generell sehr empfindlich auf Hitze reagieren.

Neben der HIPEC wird in derselben Operation das tumorbefallene Gewebe einschließlich des befallenen Bauchfellabschnitts möglichst vollständig entfernt. Dieses Verfahren nennt man zytoreduktive Chirurgie.

Die Auswahl der Patienten, die für eine solche Therapie in Frage kommen, erfolgt äußerst sorgfältig. Die Entscheidung trifft im Einzelfall der behandelnde Chirurg gemeinsam mit dem betroffenen Patienten nach intensiver Aufklärung und Beratung.