Schonende Operationen / minimal-invasive Verfahren

Schonende Operationen / minimal-invasive Verfahren

Bei den minimal-invasiven Verfahren (Laparoskopie) führt der Arzt über einen kleinen Schnitt spezielle Instrumente und eine Miniaturkamera in das Operationsgebiet ein. Diese sogenannte »Schlüssellochtechnik« verursacht weniger Wundschmerzen, es bleibt nur kleinen Narben zurück und der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich. Bei allen Erkrankungen, die minimal-invasiv behandelbar sind, wird diese Technik als Standardtechnik eingesetzt. Die Behandlungsqualität wird fortlaufend überprüft.

Operationen an der Galle

Jenseits des 40. Lebensjahrs haben 32 Prozent der Frauen und etwa 16 Prozent der Männer Gallensteine. Diese können verschiedene Erkrankungen wie Gallenkoliken, Gallenblasenentzündungen oder Entzündungen der Bauchspeicheldrüse auslösen. Prinzipiell muss nur bei Beschwerden eingegriffen werden. Die übliche Therapie ist die komplette Entfernung der Gallenblase. Seit mehr als 20 Jahren führt das St. Joseph Krankenhaus diese Operation vorwiegend in minimal-invasiver Technik durch, seit 15 Jahren auch in Mini-MIC-Technik mit sehr feinen Instrumenten (3 mm). Dadurch sind die Patienten schnell beschwerdefrei. Auch die Narben fallen kleiner aus.

Nabel-, Leisten- oder Narbenbruch

Nabel-, Leisten- oder Narbenbruch (Hernie) bezeichnet das Vordringen von Gewebe aus der Bauchhöhle (z.B. eine Darmschlinge oder Bauchfett) durch eine vorbestehende Lücke zwischen den Bauchwandmuskeln bis unter die Haut. Der Chirurg schließt die bestehende Lücke unter Umständen auch mit Hilfe eines die Bauchwand stabilisierenden Kunststoffnetzes. Diese Verfahren werden bei kleinen Brüchen über einen winzigen Hautschnitt, bei größeren Brüchen mittels minimal-invasiver Technik angewendet. Nur bei extrem ausgedehnten Defekten der Bauchwand ist eine große offene Operation unumgänglich. Wir überprüfen unsere Ergebnisse mit Einverständnis der Patienten und unter Wahrung des Datenschutzes in der deutschlandweit etablierten Studie Herniamed. Diese Dokumentation ist Voraussetzung für die erfolgreiche Zertifzierung unseres Kompetenzzentrums Hernienchirurgie, das 2014 von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie ausgezeichnet wurde.

Blinddarmentzündungen

Bei Blinddarmentzündungen handelt es sich eigentlich um eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix vermiformis). Der Wurmfortsatz ist ein etwa fünf Millimeter dickes und bis zu 15 Zentimeter langes Anhängsel des Blinddarms. Der Blinddarm (Coecum) ist der Anfangsteil des Dickdarms. In der Regel wird der Wurmfortsatz in einem minimal-invasiven Eingriff entfernt. Eine Operation durch einen größeren Hautschnitt ist nur sehr selten im Fall eines ausgedehnten Entzündungsprozesses erforderlich.

Divertikel-Entfernungen

Mit zunehmendem Alter treten bei vielen Menschen kleine sackartige Ausbuchtungen im Bereich des Dickdarms auf, sogenannte „Divertikel«. Bei Entzündungen entsteht das Krankheitsbild der »Divertikulitis“. Im Falle von wiederholt auftretenden Entzündungen oder Komplikationen wie Abszessen, Fisteln und Blutungen wird die Entfernung des befallenen Darmanteils empfohlen. Dieser Eingriff erfolgt in der Klinik für Allgemein und Viszeralchirurgie üblicherweise minimal-invasiv. Lediglich die Entfernung des betroffenen Darmabschnitts erfordert einen kleinen, etwa sechs Zentimeter langen Hautschnitt (Minilaparotomie).

Erkrankungen der Speiseröhre

Die Refluxerkrankung wird von einer Störung im Verschlussmechanismus der unteren Speiseröhre verursacht, so dass Magensäure in die Speiseröhre fließt. Dies kann zu einer Entzündung der Speiseröhre führen, der sogenannten Reflux-Ösophagitis. Der Patient empfindet dadurch Sodbrennen, das sich auch zu starken Schmerzen hinter dem Brustbein ausbreiten kann. Diese Erkrankung kann nicht nur die Lebensqualität erheblich einschränken, sondern auch über einen längeren Zeitraum die Speiseröhre dauerhaft schädigen. Bei etwa 0,1 Prozent der Betroffenen entwickelt sich ein Krebs der unteren Speiseröhre.

Eine Operation ist nur dann medizinisch erforderlich, wenn eine vorausgehende medikamentöse Therapie keinen Erfolg zeigt oder die Patienten die Einnahme der Medikamente ablehnen. Der Eingriff, bei dem aus dem oberen Teil des Magens eine Manschette gebildet und um die untersten Abschnitte der Speiseröhre gelegt wird (Fundoplicatio), erfolgt in unserer Klinik prinzipiell minimal-invasiv. Langzeitstudien zeigen bei mehr als 90 Prozent der Patienten ein erfolgreiches Ergebnis.