Gelenkerhaltende Chirurgie

Gelenkerhaltende Chirurgie

Unsere Klinik führt Spiegelungsoperationen (Arthroskopien) an allen großen Gelenken durch. Dazu gehören Meniskus-Chirurgie, Naht oder Ersatz von Bändern, Refixierung von Sehnen (Schulter), Knorpelchirurgie. Auch Korrekturen der Beinachse zum Beispiel bei O- oder X-Beinen (Umstellungsosteotomien) werden zum Gelenkerhalt durchgeführt.

20 Prozent aller Unfälle in Deutschland sind Sportunfälle. Je nach Belastung und Risiko sind bestimmte Verletzungen für bestimmte Sportarten typisch. Durch Sport können aber auch chronische Beschwerden entstehen, wie z.B. der Tennisarm. Ein Kreuzbandriss ist eine häufig und meist am vorderen Kreuzband entstandene Sportverletzung. Kreuzbandrisse passieren oft ohne Fremdeinwirkung durch plötzlichen Richtungswechsel beim Laufen oder Springen mit feststehendem Unterschenkel. Betroffen sind meist sogenannte Stop-and-Go-Sportarten wie Tennis oder Squash, aber auch Mannschaftssportarten wie Fußball. Häufig sind zusätzlich Seitenbänder und die Menisken in Mitleidenschaft gezogen. Für die genaue Diagnostik ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) hilfreich.

Bei älteren, sportlich nicht aktiven Patienten kann die Therapie eines Kreuzbandrisses konservativ erfolgen. Dazu ist ein intensives physiotherapeutisches Übungsprogramm notwendig, um das Kniegelenk wieder zu stabilisieren.  Meist empfiehlt sich jedoch eine operative Versorgung im Sinne einer Kreuzbandplastik. Diese wird in Spiegelungstechnik (arthroskopisch) minimal-invasiv durchgeführt. Das Kreuzband wird entweder aus kleinen Sehnen der körpereigenen Oberschenkelmuskulatur (Semitendinosus) oder aus der Kniescheibensehne (Patellasehne) rekonstruiert. Aber auch andere Transplantate sind möglich.

Sportunfälle häufig Ursache von Schäden

Der Meniskus ist ein halbmondförmiger knorpelartiger Körper im Gelenk. Er hat im Kniegelenk eine Pufferwirkung bei der Kraftübertragung zwischen den Gelenkflächen. Innenmeniskusschäden sind häufiger als Außenmeniskusschäden. Sie können nicht nur durch Sportunfälle verursacht werden, sondern auch durch Verschleiß. Im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) wird der Meniskus, wenn möglich, mit hochwertigem Nahtmaterial genäht. Ist dies wegen des ausgedehnten Schadens nicht mehr möglich, wird der eingerissene Teil sparsam entfernt.

Die Reparatur von Knorpelschäden durch den Einsatz körpereigenen Materials (autologe Chondrozytentransplantation) hat das Ziel, geringe Schäden im Gelenkknorpel auszugleichen, um das Fortschreiten der Knorpelschäden zu verlangsamen und so den künstlichen Gelenkersatz hinauszuzögern. Hierfür werden Knorpelzellen aus einem unbelasteten Bereich des Kniegelenkes entnommen.

Das Ausrenken des Schultergelenkes (Schulterluxation) ist eine häufig auftretende Verletzung. Es kann durch einen Unfall oder anlagebedingt eintreten. Die Luxation der Schulter ist ein Notfall und ein sofortiges Wiedereinrenken ist notwendig. Treten Schulterluxationen häufiger auf, ist meist eine operative Therapie der begleitenden Komplikationen notwendig. Die meisten Eingriffe zur Stabilisierung werden arthroskopisch mit Hilfe spezieller Nahtmaterialien durchgeführt.

Als Impingementsyndrom bezeichnet man die Enge unter dem Schulterdach beim Anheben oder Abspreizen des Armes. Die begleitende Muskulatur, die sogenannte Rotatorenmanschette, wird zunehmend eingeklemmt, was Schmerzen beim Bewegen der Schulter verursacht. In fortgeschrittenem Stadium kann der Arm nicht mehr angehoben werden. Im Rahmen einer Arthroskopie erweitert der Arzt den Raum unter dem Schulterdach und glättet degenerative Veränderungen.

Operative und nicht-operative Verfahren möglich

Beim Anriss oder einem vollständigen Riss einer Sehne der sogenannten Rotorenmanschetten – der Gruppe von Muskeln, die den Oberarmkopf überziehen und das Anheben, Abspreizen und Drehen des Oberarms ermöglichen – kommt es zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen in der Schulter. Diese Risse können durch eine Verletzung verursacht worden sein. Deutlich häufigere Ursache ist jedoch Verschleiß. Größere Befunde machen eine operative Rekonstruktion und die Naht der Rotatorenmanschette erforderlich.

Bei Verschleißerscheinungen durch Arthrose kann arthroskopisch eine Knorpelglättung erfolgen. Dabei lässt sich die entzündete Gelenkschleimhaut entfernen. Auch andere Erkrankungen wie das Absterben eines direkt unter der Gelenkfläche liegenden Knochenbezirks (Osteochondrosis dissecans) können arthroskopisch therapiert werden.