Familienzentrierte Betreuung im Perinatalzentrum Level 1

Familienzentrierte Betreuung

Im Perinatalzentrum werden Babys und ihre Eltern besonders familienorientiert betreut. Im Mittelpunkt steht der enge Kontakt zwischen Eltern und Kind auf der Grundlage der BEST-Kriterien: Bindung, Entwicklung und Stillen.

Manchmal ist ein Neugeborenes so krank, dass es in die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin aufgenommen werden muss. In einer solchen Situation gewährleisten die Mitarbeiter des St. Joseph Krankenhauses die bestmögliche medizinische Versorgung. Sie lassen auch die Eltern mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein und ermöglichen der jungen Familie, viel Zeit miteinander zu verbringen.

Fast immer kann die Mutter schon am Tag der Geburt mit ihrem Kind kuscheln. Die wärmende und Zuneigung spendende Position wird Känguruen genannt. Das bedeutet Hautkontakt zum Kind: Die Mutter ruht in einem speziellen Liegestuhl, ihr Neugeborenes liegt nackt auf ihrer Brust. So spürt es Wärme, Herzschlag und Atemrhythmus der Mutter, erfährt ihren Geruch und hört die bekannte Stimme. In den meisten Fällen regt das Kuscheln auch die Produktion von ausreichend Muttermilch an.

Muttermilch ist wichtig

Wir im St. Joseph Krankenhaus halten die Ernährung mit Muttermilch für außerordentlich wichtig, weil sie die frühkindliche Entwicklung bestens unterstützt, das Immunsystem stärkt und das Baby mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. Kann das Kind nicht selbst trinken oder ist die Mutter nicht in der Lage zu stillen, bekommt das Baby abgepumpte Milch. Kompetente und speziell ausgebildete Stillberaterinnen informieren und helfen. Auf der Station steht auch ein besonders eingerichteter Stillraum zur Verfügung. Die meisten Frühgeborenen verlassen unser Krankenhaus ausschließlich gestillt.

Erstmals weltweit haben wir im Dezember 2007 nicht nur für die Geburtshilfe, sondern auch für die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin das Zertifikat »Babyfreundliches Krankenhaus« von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und UNICEF erhalten.

Sanfte Pflege bedeutet Zeit für Kinder und Eltern. Untersuchungen und Behandlung erfolgen so schonend, dass sie die kleinen Patienten so wenig wie möglich beanspruchen. Nach dem Prinzip »minimal handling« bekommen die Babys so viel wie nötig und so wenig wie möglich an medizinischen und pflegerischen Maßnahmen. Denn besonders kranke oder frühgeborene Kinder brauchen Zeit, Ruhe und Geborgenheit, um gesund zu werden und sich körperlich und seelisch normal zu entwickeln.

Ruhe und Geborgenheit

Liegt ein krankes oder zu früh geborenes Kind zur besseren Überwachung in einem Inkubator (Brutkasten), sorgen die Pflegenden durch Lagerung in weichen Tüchern und Abdeckung des Geräts mit einem dunkelroten Tuch für eine ruhige, geborgene, möglichst wenig »medizinische« Atmosphäre.

Kranke Neugeborene oder Frühgeborene bekommen im St Joseph Krankenhaus die bestmögliche intensiv-medizinische Betreuung. Für ihr Gedeihen und ihre Genesung ist aber auch das Mitwirken der Eltern entscheidend. Unsere Mitarbeiter beziehen Mütter und Väter so früh wie möglich in die Pflege ihres Kindes ein, auch wenn das Kind noch sehr klein bzw. krank ist. Schritt für Schritt lernen die Eltern, ihr Kind zu versorgen und zu betreuen, begleitet und unterstützt von den Pflegenden.