Shuntoperationen im Shuntzentrum des St. Joseph Krankenhauses

Shuntoperationen

Unsere Spezialisten setzen jeden Shunt nach sorgfältiger Vorbereitung und Absprache mit dem einzelnen Patienten. Sie arbeiten nach den aktuellen, international gültigen wissenschaftlichen Standards und Fachempfehlungen. Alle Eingriffe erfolgen so schonend wie möglich, denn Blutgefäße sind ein kostbares Gut. Vor und nach dem Eingriff sind wichtige Regeln zu beachten.

Dialysepatienten haben häufig sehr trockene Haut. Die Haut über dem Shunt sollte deshalb regelmäßig mit einer Pflegecreme behandelt werden.

Der Patient sollte regelmäßig überprüfen, ob der Shunt noch gut durchblutet ist. Vor allem bei Gore-Tex-Shunts besteht durch die regelmäßigen Punktionen ein Risiko für Infektionen und Thrombenbildung (Blutpfropfbildung), die zu einem Verschluss und damit zur Unbrauchbarkeit des Shunts führen können.

Verletzungsgefahren sollten möglichst gemieden werden (z.B. bei der Gartenarbeit oder im Umgang mit Messern). Das Risiko des Verblutens bei einer Verletzung des Shunts ist groß!

Shunttraining nach der Wundheilung

Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Shuntgefäße durch ein sogenanntes Shunttraining. Das Training sollte über mehrere Wochen mehrmals täglich für fünf bis zehn Minuten durchgeführt werden, nachdem die Wundheilung abgeschlossen ist.

Üblicherweise erfolgt die Erstanlage von Dialyseshunts unter örtlicher Betäubung. Je nach Art des Eingriffs und der individuellen Erfordernisse sind aber auch sämtliche gängigen Betäubungs- und Narkoseverfahren Standard. Dazu gehören unter anderem Leitungsanästhesie, Rückenmarkbetäubung, die gleichzeitige schonende Schmerz- und Angstausschaltung (Analgosedierung) oder die Vollnarkose.

Der erste natürliche Dialyseshunt wird normalerweise bei Rechtshändern am linken und bei Linkshändern am rechten Unterarm gesetzt. Die ideale Stelle liegt so weit wie möglich zum Handgelenk hin. Diesen Shunt nennt man entweder Cimino-Fistel bzw. Cimino-Shunt oder Brescia-Cimino-Fistel bzw. Brescia-Cimino-Shunt. Namensgeber sind die Erfinder der jeweiligen Methode. Der Chirurg durchtrennt eine Unterarmvene und verbindet das zum Herzen führende Ende der Vene mit einer zur Hand führenden Arterie (Arteria radialis) des Unterarms. Danach kann das Blut aus der Arterie mit hohem Druck nicht nur zur Hand, sondern auch direkt in die Vene zum Herzen zurückfließen. Die Vene ist so einem höheren Blutdruck und einem stärkeren Durchfluss von Blut ausgesetzt, wodurch sie sich weitet und eine dickere Wand bekommt. In der Fachsprache heißt es, die Shuntvene »reift«.

Dialysepräxis übernimmt nachstationäre Betreuung

Alle Shuntpatienten werden im St. Joseph Krankenhaus auf der Station der Medizinische Klinik II nachbetreut. Der durchschnittliche stationäre Aufenthalt beträgt für Operationen an körpereigenen Blutgefäßen vier bis fünf, bei Operationen mit Kunststoffprothesen etwa sieben Tage.

Die nachstationäre Betreuung übernimmt in der Regel die für den Patienten zuständige Dialysepraxis. Dort werden meist auch die Hautfäden gezogen. In einzelnen Fällen ist die Nachschau im Shuntzentrum erforderlich.