Darmkrebs behandeln im Tempelhofer Darmzentrum

Darmkrebs behandeln

Darmkrebs lässt sich erfolgreich therapieren – durch die bestmögliche Kombination aus Operation, Bestrahlung, Chemotherapie und Nachsorge.

Umfang und Zeitplan der Behandlung sind abhängig von

  • der Art der Erkrankung (Dickdarm- oder Enddarmkarzinom)
  • dem Stadium der Erkrankung
  • der Zahl der betroffenen Lymphknoten
  • eventuell betroffenen anderen Organen

Bei Dickdarmkrebs steht die operative Entfernung des betroffenen tumortragenden Darmabschnitts inkl. der dazugehörigen Lymphknoten im Vordergrund. In den meisten Fällen können die Darmenden wieder aneinander gefügt werden. Ein künstlicher Darmausgang ist bei diesen Operationen nur ausnahmsweise erforderlich.

Prinzipiell begünstigt die Anwendung minimal-invasiver Techniken (Schlüssellochchirurgie) die rasche Genesung. Die Langzeitergebnisse unterscheiden sich nicht von klassischen Operationsverfahren. Das Tempelhofer Darmzentrum setzt die Schlüssellochchirurgie ein, wann immer sie medizinisch sinnvoll ist.

Das gilt auch für Operationen bei Tumorerkrankungen des Darmes direkt oberhalb des Schließmuskels. Dieser Bereich ist für die Chirurgen schlecht einsehbar, weshalb bisher ein großer Bauchschnitt medizinischer Standard war. Inzwischen ist es jedoch möglich, auch hier minimal-invasiv vorzugehen. Bei dieser Operation, die Ärzte sprechen von transanaler TME (Totale Mesorektale Excision), wird das Tumorgewebe unter endoskopischer Sicht durch den intakten Schließmuskel hindurch entfernt. Die klinische Anwendung dieser Methode startete im St. Joseph Krankenhaus vor eineinhalb Jahren, erste Ergebnisse sind vielversprechend. Frühestens in drei Jahren liegen Langzeitergebnisse zu Tumorfreiheit und Lebenserwartung der Patienten vor; zwischenzeitlich nimmt das Tempelhofer Darmzentrum an mehreren Studien teil.

Früher Beginn von Bestrahlungen

Seit einigen Jahren erfolgt bei Enddarmkrebs, abhängig von Diagnose und Erkrankungsstadium, bereits vor der Operation eine Bestrahlung. Mit Röntgenstrahlen lassen sich Tumore zerstören bzw. verkleinern. Besonders bei größeren Enddarmtumoren oder wenn diese sehr nah am After liegen, ist eine Bestrahlung vor der Operation empfehlenswert – in der Regel begleitet von einer milden Chemotherapie zur Verstärkung des Behandlungserfolgs. Die Strahlentherapie vor der Operation schädigt die Tumorzellen so stark, dass sie nicht mehr die Fähigkeit haben, einen neuen Tumor zu bilden, selbst wenn einige Tumorzellen bei der Operation nicht zu entfernen sind. Sie werden durch die Strahlentherapie nach der Operation bekämpft.

Zum Zeitpunkt des bestätigten Verdachts auf Darmkrebs kann der Tumor bereits Krebszellen durch die Lymph- und Blutgefäße in andere Organe des Körpers gestreut haben. Die Krebszellen wachsen und können z.B. in Leber und Lunge wiederum zu Krebs führen. Bei fortgeschritteneren Tumorstadien ist eine beginnende Streuung eher wahrscheinlich. Gemäß der wissenschaftlichen Leitlinien empfehlen die Fachärzte des Tempelhofer Darmzentrums bereits bei minimalem Verdacht auf eine Streuung eine milde Chemotherapie im Anschluss an die Operation, um die Erkrankung vollständig zu heilen.

Bestehen bei weit fortgeschrittenem Darmkrebs aus medizinischer Sicht keine Heilungschancen mehr, kann eine lindernde palliative Operation die Lebensqualität verbessern und die Lebenserwartung erhöhen.

Intensive Nachsorge und Betreuung notwendig

Alle Einzelheiten rund um Operation und Nachsorge besprechen die Fachärzte des Tempelhofer Darmzentrums ausführlich mit den Patienten und auf Wunsch auch mit deren Angehörigen. Die Nachsorge ist besonders wichtig, um eventuell neu aufgetretene Tumore, Metastasen oder begleitende Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu therapieren. Während der Nachsorge-Darmspiegelung kann der Arzt erneute Darmpolypen direkt entfernen und somit ein wiederholtes Krebswachstum verhindern. Alle Untersuchungsergebnisse – dazu gehören auch Blutuntersuchungen – sind im Nachsorgepass dokumentiert.

Eine Krebserkrankung empfinden viele Menschen als sehr belastend. Der psychoonkologische Dienst, Stomatherpeuten und Ernährungsberater des St. Joseph Krankenhauses überlegen deshalb gemeinsam mit den Patienten, welche Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. Aktuell ist geplant, Elemente der Mind Body Medicine verstärkt in das Behandlungskonzept aufzunehmen. Damit können u.a. Müdigkeits- und Erschöpfungssysndrome vermieden oder abgeschwächt werden.