Behandlung von venösen Malformationen im St. Joseph Krankenhaus Berlin

Venöse Malformationen

Venöse Malformationen (VM) sind angeborene Fehlbildungen des venösen Gefäßsystems. Sie können in der Haut, im Unterhautgewebe, in der Muskulatur und um innere Organe herum auftreten. Diesen falsch gebauten Venen fehlt häufig die Festigkeit normaler Venen, sie weiten sich deshalb mit der Zeit aus (sie dilatieren) und können so wachsende Tumoren vortäuschen. Häufig ist bei Geburt noch nichts zu sehen, manchmal erst nach vielen Jahren macht sich die Venöse Malformation durch Dilatation bemerkbar. Wenn die Haut betroffen ist, so sieht man die Fehlbildung meist sofort. Sitzt die VM z.B. in der Muskulatur eines Beins, so kann sie erst nach Jahren durch Dilatationsschmerzen beim Laufen auffallen. Gerade in diesen Fällen dauert es lange, bis die richtige Diagnose gestellt wird, viele Fehldiagnosen kommen vor. Im Kopf- und Halsbereich kann eine Gesichtshälfte ganz betroffen sein mit Durchsetzung der Haut, Muskulatur und der Schleimhaut der Mundhöhle oder des Rachens. Wird der Kopf gesenkt, so füllen sich die veränderten Venen vermehrt.

Therapie

Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination angewendet werden

  • Sklerosierungstherapie: hierbei werden in Narkose durch unseren Interventionellen Radiologen unter Röntgenkontrolle die Gefäße der VM punktiert, mit Kontrastmittel dargestellt und dann gezielt mit verödenden meist Alkohol-haltigen Substanzen aufgefüllt. Dies führt zu einer sofortigen Schädigung und Verklebung der Gefäße der VM mit nachfolgender Entzündungsreaktion und Schwellung der Umgebung für einige Wochen.
  • Operative Resektion: hierbei wird die VM operativ entfernt oder zum Teil entfernt je nach Lokalisation. Oft ist ein bis zwei Tage zuvor eine Sklerosierungstherapie erfolgt, um den Blutverlust der Operation zu reduzieren und die Abgrenzung zum gesunden Gewebe zu erleichtern.
  • Lasertherapie: hierbei wird eine Laserfaser in die VM eingebracht und diese erhitzt, wobei die VM gezielt geschädigt wird mit ähnlichen Reaktionen wie nach Sklerosierungstherapie. Mit anderen Lasermethoden können Anteile der VM in der Haut und im Unterhautgewebe behandelt und reduziert werden.