• Interdisziplinäres Zentrum für chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)

Wissen über Colitis ulcerosa

Die Colitis ulcerosa ist neben Morbus Crohn die häufigste chronisch entzündliche Darmerkrankung. Anders als beim Morbus Crohn ist nicht der gesamte Magen-Darmtrakt betroffen, sondern ausschließlich der Dick- und Enddarm. Die Krankheit, die oft schon in jungen Jahren auftritt, zeigt sich durch Symptome wie (teils blutiger) Durchfall, Bauchschmerzen, Schmerzen beim Stuhlgang, Gewichtsverlust, bei Kindern auch durch fehlendes Wachstum, Mangelerscheinungen oder Fieber. Die Entzündungen können auch außerhalb des Dickdarms auftreten, etwa an den Gelenken, den Augen oder an der Haut.

Diagnose

Ausgangspunkt ist eine detaillierte Anamnese: Wir besprechen mit Ihnen ausführlich Ihren Krankheitsverlauf, die Symptome, eventuelle Vorerkrankungen und die Erkrankungen in Ihrer Familie. Danach folgen verschiedene Untersuchungen – Labor- und Stuhluntersuchungen, Sonographie, Endoskopie, MRT – die zusammen ein genaues Bild Ihrer Krankheit ergeben.

Therapiemöglichkeiten

Für die Behandlung der Colitis ulcerosa steht inzwischen eine Vielzahl von Medikamenten zur Verfügung. Deren Hauptziel ist es, das Immunsystem zu hemmen und so die überschießenden Entzündungsreaktionen im Darm einzudämmen.

Besondere Komplikation: Entfernung des Dickdarms

In der Regel ist die Colitis ulcerosa gut mit Medikamenten in Schach zu halten. Bei etwa 15 bis 20 Prozent der Betroffenen lässt es sich im Verlauf der Erkrankung jedoch nicht vermeiden, den Dick- und Enddarm operativ zu entfernen: Zum Beispiel, wenn der Körper nicht (mehr) auf die medikamentöse Therapie anspricht oder ein lebensgefährlicher Schub auftritt.

In einer sogenannten »Pouch-OP« werden dann Dick- und Enddarm vollständig entfernt. Der Dünndarm bleibt erhalten, und aus seinen letzten 20 bis 30 Zentimetern bilden die Operateure ein Ersatzreservoir für den Enddarm – den sogenannten Pouch (ausgesprochen: »Pautsch«). Diese Operation gilt inzwischen als Standardverfahren, das in der Regel minimal-invasiv umgesetzt wird. In mehr als 90 Prozent der Fälle behalten Patientinnen und Patienten dadurch ihre Kontinenz und gewinnen erheblich an Lebensqualität.

Was Sie über den Pouch wissen sollten: Entscheidend ist beispielsweise die richtige Länge: Ein zu kurzer Pouch verursacht vermehrten Stuhldrang, ein zu langer Pouch hingegen Probleme bei der Stuhlentleerung. Wichtig ist auch, mit welcher Naht Pouch und After miteinander verbunden sind; Fachleute sprechen hier von der Anastomosen-Technik. Bei der Handnaht wird der Enddarm fast vollständig entfernt und der Pouch direkt an den Analkanal angeschlossen, was insbesondere bei einer Krebserkrankung erforderlich sein kann. In allen anderen Fällen ist die sogenannte Stapler-Anastomose inzwischen gängiger. Dabei bleibt ein kurzer Enddarmabschnitt als Verbindung zum Analkanal bestehen. Die Methode verspricht bessere Kontinenz, vor allem nachts. In seltenen Fällen kann sich das kurze Enddarmstück entzünden, sodass vereinzelt eine erneute Operation nötig werden kann.

Unsere Chirurginnen und Chirurgen haben viele Jahre Erfahrung mit Pouch-Operationen und verfügen über aktuelles Fachwissen – als Patientin oder Patient sind Sie im St. Joseph Krankenhaus sehr gut aufgehoben.

Hinweis
Sämtliche Personenbezeichnungen gelten für alle Geschlechter.