Lymphatische Malformationen- Behandlung im St. Joseph Krankenhaus Berlin

Lymphatische Malformationen (Lymphangiome)

Lymphangiome sind angeborene Fehlbildungen des Lymphgefäßsystems. Sie können an sehr verschiedenen Stellen des Körpers auftreten: in den Hals- und Gesichtsweichteilen (Lymphangioma colli), im Unterhautgewebe an den Extremitäten oder am Rumpf, in der Brusthöhle, in der Bauchhöhle oder im Knochen.

Oft sind sie bereits bei Geburt sichtbar. Manchmal kommen sie aber erst nach Jahren zum Vorschein, wenn sich oft durch einen Virusinfekt ausgelöst in vorhandenen Zysten vermehrt Flüssigkeit bildet und das Gewebe anschwillt.

Lymphangiome können kleine und große Zysten beinhalten, die keinen normalen Anschluß an das gesunde Lymphsystem haben. Wir sprechen deshalb von mikro- und makrocystischen Lymphangiomen.

Selten sind Lymphangiome so abgegrenzt, dass man sie operativ komplett entfernen kann. Häufig verbleiben trotz Therapie Areale mit kleinsten Zysten, die im Verlauf wieder an Volumen zunehmen können und dann ein Rezidiv vortäuschen, obwohl Verbliebenes einfach größer geworden ist.

Verschiedene Therapieverfahren bei lymphatischen Malformationen

Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die einzeln oder in Kombination angewendet werden

Operative Resektion

  • hierbei wird nach Eröffnung der Haut das Lymphangiom entweder komplett oder teilweise entfernt. Meist gelingt nur eine Teilentfernung, da ein zu radikales Vorgehen wichtige Strukturen des Körpers gefährden könnte.

Sklerosierungstherapie

  • hierbei werden Substanzen wie OK 432 (Picibanil, besteht aus liophylisierten, d.h. inaktiven, Bakterienbestandteilen eines Streptococcus pyogenes), Doxycyclin oder Bleomycin unter sonographischer oder radiologischer Kontrolle in größere Zysten gespritzt. Diese Substanzen lösen eine gewollte Entzündung aus, die zum langsamen Schrumpfen der Zysten führt. Dabei kann es zu vorübergehendem Fieber, Schwellungen und Hautrötungen kommen.

Lasertherapie

  • hierbei wird eine Laserfaser in das Gewebe eingebracht und erhitzt, wobei das Gewebe gezielt durch Erhitzung geschädigt wird. Damit können auch mikrozystische Areale behandelt werden.