Was hat Tom Hanks mit dem Kaposi-Sarkom zu tun?

Es war ein brauner Fleck auf der Stirn von Andrew Beckett (gespielt von Tom Hanks im Film Philadelphia), der seine HIV-Infektion für alle sichtbar werden ließ. Das griechische Wort für Fleck ist Stigma (στíγμα). Nichts beschreibt die traumatisierende Bedeutung des Kaposi-Sarkoms für einen Menschen mit HIV-Infektion eindrücklicher.
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Kaposi-Sarkom

Das Kaposi-Sarkom (KS) ist eine Aids-definierende Erkrankung, die oft verkannt wird. Das KS ist, wie in Philadelphia gezeigt, einer der wichtigsten Indikatoren für eine HIV-Infektion. Es manifestiert sich als bräunlich-bläuliche Papel an der Haut und als mosaikartig zusammenstehende erhabene Schleimhautrötungen mit zentraler Eindellung im Gastrointestinaltrakt. Besonders häufig manifestiert sich die Erkrankung an sichtbaren Stellen des Körpers wie den Ohren, der Nase und den Unterschenkeln. Die Manifestation am Auge ist eine Rarität.

Das Bild zeigt ein Kaposi-Sarkom der Bindehaut eines 55-jährigen Mannes mit fortgeschrittener HIV-Infektion. Neben dem Auge waren auch die Haut am Hals und auf der Brust sowie die Schleimhäute des Magens und des Dickdarmes von der Erkrankung betroffen. Wegen des ausgedehnten Befalls und des Risikos einer schwer beherrschbaren GI-Blutung erhielt der Patient eine Therapie mit liposomalem Doxorubicin. In Kombination mit einer gut funktionierenden antiretroviralen Therapie kam es zu einer raschen Remission.

Dr. Kai Hosmann
Facharzt für Innere Medizin, Onkologie und Infektiologie
Klinik für Infektiologie

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