Prof. Dr. Michael Abou-Dakn über die Behandlung von Krebserkrankungen von Frauen im St. Joseph Krankenhaus

· »Bei Krebs die Selbstheilungskräfte stärken«

Über 470.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Krebs, davon fast die Hälfte Frauen. Bei ihnen sind besonders häufig die Brust, aber auch in hohem Maße der Bereich der Gebärmutter und Eierstöcke betroffen. Prof. Dr. Michael Abou-Dakn über die modernen Behandlungsmöglichkeiten und das Angebot der Klinik für Gynäkologie.

Welches sind die größten Krebsrisiken bei Frauen?

Prof. Dr. Abou-Dakn: Bisher war das Brustkrebsrisiko am höchsten. Das ist auch weiterhin so. Aber leider ist das Lungenkarzinom in besorgniserregender Weise auf dem Vormarsch, weil immer mehr junge Frauen rauchen. Bei den onkologisch-gynäkologischen Erkrankungen rangiert der Gebärmutterhalskrebs an zweiter Stelle, gefolgt vom Krebs am Gebärmutterkörper und an den Eierstöcken.

Was sagen Sie Frauen, die an Brustkrebs erkranken?

Hier hat die Medizin – wie auch bei anderen Krebserkrankungen – unglaubliche Fortschritte gemacht. Der Brustkrebs ist inzwischen sehr gut therapierbar und hat, auch unter ästhetischen Gesichtspunkten, etwas von seinem Schrecken verloren. Es ist heute in den meisten Fällen nicht mehr notwendig, die Brust abzunehmen und anschließend aufwändig zu rekonstruieren. Die operativen Eingriffe sind weitaus schonender als man das von früher her kennt.

Den ganzen Menschen sehen

Ich freue mich sehr, dass wir uns endlich wieder dem Thema der Brustkrebserkrankungen auch bei gesetzlich versicherten widmen dürfen, dies war aus kassentechnischen Gründen  in den letzten Jahren leider nur bei privatversicherten Frauen möglich. Unsere große Stärke ist, dass wir neben der optimalen medizinischen Betreuung, immer den ganzen Menschen sehen. So arbeiten wir Ärzte eng mit der Seelsorge, unseren Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen zusammen. Durch unser Zentrum für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie können wir auch bei komplizierteren Fällen einen sofortigen Brustaufbau ermöglichen.

Wie ist der medizinische Stand bei den anderen gynäkologischen Krebserkrankungen?

Wir behandeln in unserer Klinik auf modernstem Niveau onkologische Erkrankungen im Bereich der Gebärmutter und der Eierstöcke. Durch den gerade erst eröffneten modernsten OP bieten sich  alle technischen und medizinischen Voraussetzungen. Wir können jetzt auch im 4D-Verfahren minimal-invasiv operieren und dadurch möglichst schonend das kranke Gewebe entfernen. Dadurch sind die Operationen bei Gebärmutter-, oder Gebärmutterhalskrebs viel schonender geworden.  

Spezielle Sprechstunde bei Verdacht auf Infektionen

Außerdem bieten wir eine spezielle Sprechstunde an, in der wir Untersuchungen und Therapie bei Verdacht auf Infektionen oder Gebärmutterhals- oder Scheidenkrebs anbieten. Wir wissen heute, dass oftmals eine Infektion mit Papillomaviren eine Entzündung hervorrufen kann, die zu Warzenbildung aber auch zum Krebs führen kann. Diese Infektionen können zum Beispiel durch eine Lasertherapie beseitigt werden.Wir hoffen, dass die sogenannte HPV-Impfung langfristig dazu führt, diesen Krebs einzudämmen.

Gibt es diesen Impfstoff auch für andere Krebsarten im Bereich der Gebärmutter?

Nein, leider nicht. Da liegen andere Ursachen vor, die zum Teil noch nicht vollkommen erforscht sind. Daher empfehlen wir, dass Frauen möglichst regelmäßig ihre Frauenärzte konsultieren sollten. Je früher der Krebs erkannt wird umso erfolgversprechender ist eine chirurgische, radiologische und medikamentöse Therapie.

Bei uns im St. Joseph Krankenhaus kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, weshalb viele Patientinnen mit diesen Erkrankungen unser Haus wählen. Das ist unsere ganzheitliche Betreuung durch das ganze Team.

»Wir setzen auf komplementäre Medizin«

Gerade im Bereich der Onkologie kann das den gewissen Unterschied ausmachen. Wir setzen von Anfang an auf komplementäre Medizin und wollen die Selbstheilungskräfte unserer Patientinnen stärken. Mit Messer und Medikamenten kann man Zellen zerstören oder herausschneiden, aber zum Zellaufbau braucht man eine unterstützende Struktur. Der Krebs gewinnt dann, wenn ein Immunsystem zusammenbricht. Also muss man die persönlichen Ressourcen eines Menschen betrachten. Die psychologische und seelsorgerische Unterstützung ist dabei sehr wichtig. Es gehört auch dazu, das soziale Umfeld mit zu betrachten und Unterstützung anzubieten.

Ich bin stolz, denn ich weiß, unsere Pflegekräfte und unsere Ärztinnen und Ärzte nehmen sich viel Zeit für jede Patientin. Bei uns steht nicht die Krankheit sondern der Mensch als Ganzes im Mittelpunkt.

Pressekontakt

Corinna Riemer
Corinna Riemer
Leiterin Unternehmenskommunikation

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