Dr. Hartmut Stocker zieht im Tagesspiegel-Gespräch Parallelen zum HIV-Virus

· Die schwierige Suche nach einem Impfstoff
Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie

Die ganze Welt fiebert einem Impfstoff entgegen, der die Corona-Pandemie dauerhaft beenden kann. Derzeit laufen weltweit über 172 Impfstoffprojekte. Darüber berichtet der Tagesspiegel in einem heutigen Themenspezial und lässt auch Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie im St. Joseph Krankenhaus, zu Wort kommen.

Stocker ist Experte für HIV-Infektionen, die die Immunschwächekrankheit AIDS auslösen. Er innert daran, dass die Suche nach einem Impfstoff nicht bei allen Viren erfolgreich ist. Gegen AIDS gibt es zwar inzwischen viele Therapien, Präventionsmaßnahmen und auch Medikamente zur Linderung der Folgen einer Erkrankungen. Aber ein Impfstoff fehlt auch 30 Jahre nach dem erstmaligen Auftreten der Krankheit. »Unser Immunsystem produziert durchaus Antikörper gegen HIV, dadurch wird das Virus ja im Test nachgewiesen«, sagt Stocker. Allerdings seien diese Antikörper bei HIV wirkungslos, weil es sich im Körper zu schnell vermehrt. Außerdem sei das AIDS-Virus einzigartig, weil sein Bauplan Fehler aufweise. Dadurch verändere es sich zu oft und zu schnell. Daher entschlüpft es immer wieder der körpereigenen Immunabwehr und daher sei es bisher nicht gelungen, einen Impfstoff zu entwickeln. Bleibt zu hoffen, dass der Bauplan des Coronavirus gelungener ist.

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